Blaugräser




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Blaugräser

Kalk-Blaugras (Sesleria caerulea)

Kalk-Blaugras (Sesleria caerulea)



Systematik




























Monokotyledonen


Commeliniden

Ordnung:

Süßgrasartige (Poales)

Familie:

Süßgräser (Poaceae)

Unterfamilie:

Pooideae

Gattung:
Blaugräser


Wissenschaftlicher Name

Sesleria

Scop.

Die Blaugräser (Sesleria) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Süßgräser (Poaceae). Die Gattung mit einem globalen Verbreitungsschwerpunkt in der illyrisch-balkanischen Florenregion,[1] ist nach dem italienischen Arzt und Botaniker Lionardo Sesler († 1785) benannt.




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Beschreibung


  • 2 Verbreitung


  • 3 Systematik


  • 4 Literatur


    • 4.1 Einzelnachweise




  • 5 Weblinks





Beschreibung |


Die Blaugräser sind ausdauernde, horst- oder rasenbildende Gräser. Sie bilden zahlreiche nichtblühende Triebe, die innerhalb der untersten Blattscheiden (intravaginal) hochwachsen. Die Halme stehen aufrecht und sind unverzweigt. Die Blattscheiden sind bis oben geschlossen, die untersten bleiben oft lang bestehen. Das Blatthäutchen ist ein häutiger Saum von bis zu 1 mm Länge, der am oberen Rand bewimpert ist. Die Blattspreiten sind ausgebreitet oder gefaltet, und steif.





Zwerg-Blaugras (Sesleria ovata), Illustration


Der Blütenstand ist eine rundlich-eiförmige bis walzliche Ährenrispe. Sie ist dicht zusammengezogen, von schiefergrauer, bläulicher oder weißlicher Farbe. Die Seitenäste am Grund haben keine bis zwei große, rundlich-eiförmige oder schuppenförmige Tragblätter. Die Ährchen enthalten zwei bis fünf Blüten und sind seitlich zusammengedrückt. Alle Blüten sind zwittrig und fallen zur Reife einzeln aus den Hüllspelzen. Diese sind annähernd gleichartig, haben ein, selten bis drei Nerven, sind kürzer als das Ährchen, meist grannenspitzig, gekielt und dünnhäutig. Die Deckspelzen sind fünf- (selten bis sieben-)nervig, haben ein, drei oder fünf grannige Spitzen, sind gekielt, häutig und tragen am Rand und den Nerven Haare. Die Vorspelzen sind dünnhäutig und ungefähr gleich lang wie die Deckpelzen. Der Fruchtknoten ist oberseits meist kurz behaart. Er trägt zwei Griffel, die im unteren Bereich verwachsen sind. Die Narben sind fadenförmig und treten an der Spitze des Blütchen hervor.


Die Karyopsen sind ellipsoidisch und an der Spitze behaart. Der Embryo ist ein Viertel bis ein Drittel so lang wie die Frucht. Der Nabel ist rund und gleich lang wie der Embryo.



Verbreitung |


Die meisten Arten sind auf Europa beschränkt, eine kommt auch in Afrika vor und fünf in Asien.[2] Der Schwerpunkt der Arten ist die Balkanhalbinsel.



Systematik |


Die Gattung wird innerhalb der Süßgräser in die Unterfamilie Pooideae und die Tribus Poeae gestellt. Sie umfasst etwa 27 Arten. Dies gilt für den Fall, dass die manchmal als eigenständige Gattungen aufgefassten Sesleriella und Psilathera inkludiert sind.[3]





Grünes Kopfgras (Sesleria heufleriana)





Sesleria robusta





Ungarisches Blaugras (Sesleria sadleriana)





Kugelkopf-Blaugras (Sesleria sphaerocephala)


Die Nomenklatur ist in verschiedenen Florenwerken nicht einheitlich. Derselbe Namen wird teilweise für unterschiedliche Arten gebraucht. Die mitteleuropäischen Arten sind:[4]




  • Kalk-Blaugras (Sesleria caerulea .mw-parser-output .Person{font-variant:small-caps}
    (L.) Ard., Syn.: Sesleria albicans
    Kit. ex Schult. und Sesleria varia
    (Jacq.) Wettst.[3][5]); Verbreitungsgebiet: West- und Mitteleuropa, auch Island, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Norditalien, Frankreich und Spanien.


  • Moor-Blaugras (Sesleria uliginosa
    Opiz; aufgrund einer falschen Lektotypisierung der Erstbeschreibung von Linné wurde zeitweise diese Art fälschlich als Sesleria caerulea bezeichnet.[3][6]); Verbreitungsgebiet: Schweden, Finnland, Polen, Tschechien, Österreich, Norditalien, Ungarn, Montenegro, Rumänien, Bulgarien und Westrussland; fehlt in Deutschland.


  • Zwerg-Blaugras oder Eiförmiges Blaugras (Sesleria ovata
    (Hoppe) A. Kern.); Heimat: Alpen von Italien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Slowenien.


  • Ungarisches Blaugras oder Pannonien-Blaugras bzw. Pannonisches Blaugras (Sesleria sadleriana
    Janka); Heimat: Österreich, Slowenien, Ungarn, Polen.


  • Kugelkopf-Blaugras (Sesleria sphaerocephala
    Ard.); Heimat: Südostalpen der Schweiz, von Österreich, Italien und Slowenien.


Darüber hinaus listet die GrassBase von Kew Gardens noch folgende Arten:[7][8]




  • Sesleria achtarovii
    Deyl: Die Heimat ist das südöstliche Bulgarien und das nordöstliche Griechenland.[8]


  • Sesleria alba
    Sm.: Die Heimat ist Bulgarien bis zum Libanon, zur Krim und dem Kaukasus.[8]


  • Sesleria araratica
    Kit Tan: Die Heimat ist die Türkei bis Transkaukasien.[8]


  • Silber-Blaugras (Sesleria argentea
    (Savi) Savi); Heimat: Spanien, Frankreich, Italien.


  • Herbst-Blaugras (Sesleria autumnalis
    (Scop.) F.W. Schultz); Heimat: Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Montenegro, Albanien.


  • Sesleria bielzii
    Schur: Die Heimat ist Südosteuropa bis zur Ukraine.[8]


  • Sesleria calabrica
    (Deyl) Di Pietro: Die Heimat ist Süditalien.[8]


  • Sesleria coerulans
    Friv.: Die Heimat ist Südosteuropa bis zur Ukraine.[8]


  • Sesleria comosa
    Velen.: Die Heimat ist die westliche und nördliche Balkanhalbinsel.[8]


  • Sesleria doerfleri
    Hayek: Die Heimat ist Kreta. Die Art gehört zum Sesleria robusta Komplex.[8][9]


  • Sesleria filifolia
    Hoppe: Die Heimat ist Serbien, Bulgarien und Rumänien.[8]


  • Grünes Kopfgras (Sesleria heufleriana
    Schur); Heimat: Slowakei, Ungarn, Rumänien, Westrussland.


  • Sesleria insularis
    Sommier; Heimat: Italien, Balkanhalbinsel, Sardinien, Korsika, Balearen.


  • Sesleria juncifolia
    Suffren (Syn.: Sesleria tenuifolia
    Schrad.); Heimat: amphi-adriatisch, Zentraler Apennin, Westlicher Balkan bis Süd-Albanien.[10]


  • Sesleria korabensis
    (Kümmerle & Jáv.) Deyl: Die Heimat ist die Balkanhalbinsel.[8]


  • Sesleria latifolia
    (Adamović) Degen: Die Heimat ist die östliche Balkanhalbinsel (Ost-Serbien und West-Bulgarien).[8]


  • Sesleria nitida
    Ten.; Heimat: Gebirge Italiens und Siziliens.


  • Sesleria phleoides
    Steven ex Roem. & Schult.: Die Heimat ist die Türkei bis zum Iran.[8]


  • Sesleria pichiana
    Foggi, Rossi & Pignotti: Die Heimat ist in Italien die Emilia-Romagna.[11]


  • Sesleria rhodopaea
    Tashev & Dimitrov: Die Heimat sind die Zentralen Rhodopen in Bulgarien. Mit Sesleria latifolia nächst verwandt.[12]


  • Sesleria rigida
    Heuff. ex Rchb.; Heimat: Gebirge der Balkanhalbinsel, Rumänien.


  • Sesleria robusta
    Schott, Nyman & Kotschy: Die Heimat sind die maritimen bis subkontinentalen Dinariden zwischen dem Biokovo und der Rumija planina in Kroatien, Bosnien und Herzegowina und Montenegro.[8][13]


  • Sesleria serbica
    (Adamovic) Ujhelyi: Die Heimat ist das östliche Bosnien und das westliche Serbien.[8]


  • Sesleria taygetea
    Hayek: Die Heimat ist das südliche Griechenland.[8]


  • Sesleria tenerrima
    (Fritsch) Hayek: Die Heimat ist die Balkanhalbinsel.[8]


  • Sesleria vaginalis
    Boiss. & Orph.: Die Heimat ist der Peloponnes in Griechenland.[8][14]


  • Sesleria wettsteinii
    Dörfl. & Hayek: Die Heimat ist das Prokletije Massiv sowie der Paštrik.[8]


Nicht mehr zu Sesleria werden gerechnet:[8]




  • Sesleria disticha
    (Wulfen) Pers., heute Oreochloa disticha
    (Wulfen) Link


  • Sesleria leucocephala
    DC., heute Sesleriella leucocephala
    (DC.) Deyl



Literatur |



  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6. 

  • Deyl, Miloš. Study of the genus Sesleria, 1946 [1]


  • Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7, S. 1742.

  • Hans Joachim Conert: Sesleria. In: Hans Joachim Conert (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Begründet von Gustav Hegi. 3., völlig neubearbeitete Auflage. Band I. Teil 3: Spermatophyta: Angiospermae: Monocotyledones 1(2). Poaceae (Echte Gräser oder Süßgräser). Parey Buchverlag, Berlin 1998, ISBN 3-8263-2868-X, S. 473–486 (erschienen in Lieferungen 1979–1998 6. und 7. Lieferung, 1992 und 1994). 



Einzelnachweise |




  1. Meusel, Jäger Schubert 1978: Chorologie der Mitteleuropäischen Flora, Bd. I: 406 Sesleria


  2. Sesleria. In: W. D. Clayton, K. T Harman, H. Williamson: GrassBase - The Online World Grass Flora. 2006ff., abgerufen 19. Juli 2008.


  3. abc Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9, S. 1173–1174. 


  4. Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6. 


  5. Sesleria caerulea in The Euro+Med PlantBase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity, abgerufen am 9. Jänner 2015


  6. Sesleria uliginosa in The Euro+Med PlantBase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity, abgerufen am 9. Jänner 2015


  7. W. D. Clayton, K. T Harman, H. Williamson: GrassBase - The Online World Grass Flora. 2006ff., abgerufen 18. Juli 2008.


  8. abcdefghijklmnopqrst Rafael Govaerts (Hrsg.): World Checklist of Selected Plant Families. Sesleria Royal Botanic Gardens Kew, Zugriff am 3. Januar 2015.


  9. Romeo die Pietro, Nevena Kuzmanović, Duilio Iamonico, Dmitar Lakušić 2017: Nomenclatural and taxonomic notes on Sesleria sect. Argenteae (Poaceae). Phytotaxa 309(2): 101-117


  10. Romeo di Pietro & Robert P. Wagensommer 2014: A new Sesleria juncifolia association from south-eastern Italy and its Position in the amphi-adriatic context. Act. Bot. Croat. 73(1): 171-207 (PDF)


  11. Romeo die Pietro, Nevena Kuzmanović, Duilio Iamonico, Dmitar Lakušić 2017: Nomenclatural and taxonomic notes on Sesleria sect. Argenteae (Poaceae). Phytotaxa 309(2): 101-117


  12. Romeo die Pietro, Nevena Kuzmanović, Duilio Iamonico, Dmitar Lakušić 2017: Nomenclatural and taxonomic notes on Sesleria sect. Argenteae (Poaceae). Phytotaxa 309(2): 101-117


  13. Romeo die Pietro, Nevena Kuzmanović, Duilio Iamonico, Dmitar Lakušić 2017: Nomenclatural and taxonomic notes on Sesleria sect. Argenteae (Poaceae). Phytotaxa 309(2): 101-117


  14. Romeo die Pietro, Nevena Kuzmanović, Duilio Iamonico, Dmitar Lakušić 2017: Nomenclatural and taxonomic notes on Sesleria sect. Argenteae (Poaceae). Phytotaxa 309(2): 101-117



Weblinks |



 Commons: Blaugräser (Sesleria) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien