Französischer Franc



























Französischer Franc

10-Franc-Münze (1988)

Staat:

FrankreichFrankreich Frankreich
Unterteilung:
100 Centimes

ISO-4217-Code:
FRF
Abkürzung:
Fr, F, FF

Wechselkurs:
(fix)

1 EUR = 6,55957 FRF
1 FRF = 0,152449 EUR





10-Franc-Münze (1991)


Der Franc .mw-parser-output .IPA a{text-decoration:none}/fʁɑ̃/ (deutsch offiziell Franken, aber kaum verwendet – wohl auch, um ihn nicht mit dem Schweizer Franken zu verwechseln) ist die ehemalige Währungseinheit Frankreichs.


Untereinheit ist der Centime [sɑ̃tˈiːm] (Abkürzung c); 100 Centimes ergeben einen Franc. Das Währungssymbol ist Fr (das Währungssymbol ₣, ein F mit einem zusätzlichen unteren Querstrich, wurde im Jahr 1988 vorgeschlagen, aber nie angenommen). Als Abkürzung gebräuchlich ist F, FF für franc français oder nach ISO 4217 FRF.




Inhaltsverzeichnis






  • 1 Geschichte


    • 1.1 Nach dem Zweiten Weltkrieg




  • 2 Münzen


  • 3 Banknoten


  • 4 Weblinks


  • 5 Einzelnachweise





Geschichte |


Am 5. Dezember 1360 wurden die ersten vom Volk als Francs bezeichneten Goldmünzen eingeführt. Sie trugen ein Bildnis des Königs Johann II. mit der Aufschrift Johannes Dei Gratia Francorum Rex (Johannes von Gottes Gnaden König der Franken), aus deren vorletztem Wort die Namensgebung abfärbte.


Der Franc wurde als nationale Währung am 7. April 1795 als Nachfolger des Livre eingeführt, dezimal unterteilt


1 Franc = 10 Décimes = 100 Centimes

Mit der Lateinischen Münzunion 1865 fand er in Europa Verbreitung, und in vielen ehemals französischen Kolonien lautet die Währungsbezeichnung noch heute Franc. Gleiches galt bis zur Euro-Einführung auch für Belgien (franc belge, Belgische frank) und Luxemburg.


Er war die erste reine Dezimalwährung Europas. Dieses System hatte einen großen Einfluss auf Währungen in anderen Ländern. Der im Rahmen des Goldstandards festgelegte Wechselkurs[1] gegenüber der Goldmark betrug 1912[2] 0,81 M.


Während des 2. Weltkriegs galt als Wechselkurs von 1 Reichsmark = 20 Francs.



Nach dem Zweiten Weltkrieg |


In Frankreich gab es nach dem Zweiten Weltkrieg keine Währungsreform. Das Land nahm am Bretton-Woods-System teil, einem von 1945 bis 1973 bestehenden System weitgehend starrer Wechselkurse.


1945 begann der FF mit einem Wechselkurs von 480 FF für 1 britisches Pfund und 119,1 FF für 1 US-Dollar. 1949 betrug der Kurs 980:1 bzw. 350:1.
1957 und 1958 wurde der FF erneut abgewertet (1382,3:1 bzw. 493,7 : 1; 1 FF war so viel wert wie 1,8 mg Gold): im August 1957 de facto um 16 2/3 %.[3]
Wie in allen am Bretton-Woods-System teilnehmenden Ländern kam es auch in Frankreich zu einer erheblichen Inflation. Waren, die 1950 in Frankreich 100 Francs kosteten, kosteten 10 Jahre später durchschnittlich 172 Francs; Waren, die 1960 100 Francs kosteten, kosteten 10 Jahre später durchschnittlich 151 Francs.[4]




10-Franc-Münze aus dem Jahre 1958


Durch die Inflation hatten die Preise unhandlich viele Nullen bekommen.
Nachdem Charles de Gaulle im Juni 1958 wieder an die Macht gekommen war, beauftragte er Antoine Pinay und Jacques Rueff, einen „franc lourd“ (wörtlich: schweren Franc) zu schaffen. Zugleich wertete der Franc um 17,5 Prozent ab; dies war die siebte Abwertung seit der Befreiung 1944. Am 27. Dezember 1958 wurde die Einführung des Nouveau Franc (NF) zum 1. Januar 1960 verfügt.[5][6]
Ein NF, seit 1963 offiziell nur noch Franc (F) genannt, entsprach 100 alten Francs (anciens francs). Die alten Franc-Münzen konnten als Centimes weiter verwendet werden. In der Alltagssprache blieb die Angabe in alten Francs noch jahrzehntelang gebräuchlich.
Staatspräsident de Gaulle verkündete Anfang 1968, der Franc sei „so gut wie Gold“. Jahrelang schulmeisterte er Großbritannien wegen seiner häufigen Währungsschwierigkeiten und verweigerte dem britischen Pfund 1967 die Kredithilfe. Ab Ende Oktober 1968 kam der Franc in Schwierigkeiten.[7] Es kam zu einem Run auf die Deutsche Mark. Der Spiegel berichtete:





„Binnen weniger Monate erreichte der Preisauftrieb in Frankreich eine Rate von zehn Prozent. Trotz mächtiger Export-Subventionen klaffte bereits Ende Oktober in der Handelsbilanz ein Loch von 4,4 Milliarden Franc. Noch ärger ist es um die Währungsreserven bestellt. Seit dem Arbeiter- und Studenten-Aufstand im Mai verlor die Banque de France 10,6 Milliarden Mark Gold und Devisen – nahezu 40 Prozent der von de Gaulle in Jahren zusammengerafften Bestände.[8]





De Gaulle und andere Entscheider, darunter Ministerpräsident Couve de Murville, entschieden sich gegen eine Franc-Abwertung und für eine rigorose Devisenbewirtschaftung.[9] Im August 1969 beschloss die neue französische Regierung (Kabinett Chaban-Delmas) eine Abwertung des Franc um 11 Prozent.[10]


Beim Smithsonian Agreement vom Dezember 1971 blieb der Wechselkurs des Franc zum Gold gleich; da DM und Yen gegenüber dem Gold um 4,6 bzw. 7,7 % aufwerteten und der US-Dollar um 7,9 % abwertete, änderte sich die Parität des Franc gegenüber diesen Währungen.[11]


1973/74 und 1979/80 verstärkten zwei Ölkrisen die ohnehin schon hohe Inflation. Wie in anderen Ländern auch kam es zu einer Stagflation.[12]
Im März 1973 schlossen die Devisenbörsen in den Industrieländern für zwei Wochen. Sechs der damals neun Länder der Europäischen Gemeinschaft – die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Dänemark und die Benelux-Staaten – beschlossen für ihre Währungen das Blockfloating. Innerhalb des Blocks gab es fest vereinbarte Währungsparitäten mit Bandbreiten von je ± 2,25 Prozent.[13]
Die drei übrigen EG-Länder – Italien, Großbritannien und Irland – beschlossen, die Kurse ihrer Währungen frei floaten zu lassen.[13]


Eine weitere Zäsur war die Präsidentschaft von François Mitterrand, die von Mitte 1981 bis Mai 1995 währte. Anfang der 1980er Jahre verstaatlichte Frankreich zahlreiche Unternehmen und führte die 39-Stunden-Woche ein, ein Großteil der Verstaatlichungen wurde Mitte der 1980er Jahre wieder rückgängig gemacht. Im Zuge der von Deutschland 1989/90 angestrebten Wiedervereinigung verknüpfte Mitterrand Frankreichs Zustimmung mit der Zustimmung von Bundeskanzler Helmut Kohl zur „Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion“. Damit war die Schaffung einer gemeinsamen europäischen Währung gemeint.[14] Am 7. Februar 1992 wurde der Vertrag von Maastricht ratifiziert. Mitterrands Nachfolger Jacques Chirac setzte die Einführung des Euro um. Am 1. Januar 1999 wurden die Kurse der Währungen aller am Euro teilnehmenden Länder – also auch der Kurs des FF – fixiert; ab dann rechneten und bilanzierten die Notenbanken in Euro. Der FF-Kurs betrug 6,55957 F = 1 €


Bis 1990 war der FF auch in geringem Umfang Reservewährung:
































































































































































































































International gebräuchliche Reservewährungen (Angaben in Prozent) (4. Quartal des Jahres)

1970
1980
1990
2000
2001
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017

USD
77,2
67,2
62,8
70,5
70,7
66,5
65,8
65,9
66,4
65,5
64,1
64,1
62,1
61,8
62,2
61,2
61,0
63,3
64,1
63,9
62,7

EUR




17,9
24,2
25,3
24,9
24,3
25,1
26,3
26,4
27,6
26,0
25,0
24,2
24,4
21,9
19,7
19,7
20,2

DEM
1,9
14,8
19,8



















JPY

0,1
4,6
9,4
5,2
4,5
4,1
3,9
3,7
3,1
2,9
3,1
2,9
3,7
3,5
4,0
3,8
3,9
4,0
4,2
4,9

GBP
10,4
2,9
2,4
2,8
2,7
2,9
2,6
3,3
3,6
4,4
4,7
4,0
4,3
3,9
3,8
4,0
4,0
3,8
4,9
4,4
4,5

FRF
1,1
1,7
2,7



















CHF
0,7
3,2
0,8
0,3
0,3
0,4
0,2
0,2
0,1
0,2
0,2
0,1
0,1
0,1
0,1
0,3
0,3
0,3
0,3
0,2
0,2
and.
8,7
5,9
4,9
1,4
1,2
1,4
1,9
1,8
1,9
1,8
1,8
2,2
3,1
4,4
5,3
5,8
6,5
6,8
6,7
7,6
7,6

Quellen:

1970–1984: BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich): The evolution of reserve currency diversification, December 1986, S.7, Tab. 1 (engl.)

1995–2016: IWF (Internationaler Währungsfonds): Currency Composition of Official Foreign Exchange Reserves
(nur absolute Zahlen)
1999–2005, EZB (Europäische Zentralbank): The Accumulation of Foreign Reserves, Occasional Paper Series, Nr. 43
2017: World Currency Composition of Official Foreign Exchange Reserves Internationaler Währungsfonds




Zum 1. Januar 2002 wurde das Euro-Bargeld eingeführt (siehe auch Französische Euromünzen); der Franc war ab dem 17. Februar 2002 nicht mehr 'gesetzliches Zahlungsmittel'. Bis zum 17. Februar 2005 konnten noch Münzen bei der Banque de France umgetauscht werden, Banknotentausch war bis zum 17. Februar 2012 möglich. 2010 wurden in den meisten Supermärkten Frankreichs die Preise neben Euro auch noch in Francs angegeben. Centime ist weiterhin die französische Bezeichnung für den Euro-Cent (cent bedeutet im Französischen hundert).



Münzen |


Optisch ähnelt die 1-Euro-Münze stark der 10-Francs-Münze.


Vor der Einführung des Euro waren folgende Stückelungen im Umlauf:



  • Münzen: 5, 10, 20, 50 Centimes; 1/2, 1, 2, 5, 10, 20 Francs

  • Scheine: 20, 50, 100, 200, 500 Francs


Alte Münzbezeichnungen hielten sich im Sprachgebrauch, so der Sou für 5 Centimes.



Banknoten |






































Nennwert
Bild
Porträt

20 Francs

20 Franc Vorderseite

20 Franc Rückseite

Claude Debussy

50 Francs

50 Franc Vorderseite

50 Franc Rückseite

Antoine de Saint-Exupéry

100 Francs

100 Franc Vorderseite

100 Franc Rückseite

Paul Cézanne

200 Francs

200 Franc Vorderseite

200 Franc Rückseite

Gustave Eiffel

500 Francs

500 Franc Vorderseite

500 Franc Rückseite

Marie und Pierre Curie


Weblinks |



 Commons: Französischer Franc – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien


  • Europäische Zentralbank – Francs-Banknoten

  • Europäische Zentralbank – Umtausch von nationalem Bargeld

  • Banque de France – Annahmestelle für französische Banknoten

  • Die Banknoten Frankreichs

  • Die Banknoten Frankreichs

  • Mikrodruck auf Franc-Noten



Einzelnachweise |




  1. Vgl. Liste der Wechselkurse (Goldstandard)


  2. Otto, Carl; Der Haussekretär; Berlin 1913, S 485, 3. Umschlagseite


  3. Otmar Emminger: DM, Dollar, Währungskrisen. Erinnerungen eines ehemaligen Bundesbankpräsidenten. Deutsche Verlags-Anstalt, München 1986, S. 88, und Fußnote S. 462.


  4. Otmar Emminger: DM, Dollar, Währungskrisen. Erinnerungen eines ehemaligen Bundesbankpräsidenten. Deutsche Verlags-Anstalt, München 1986, S. 75.


  5. www.lesbilletsfrancais.fr (site des französischen Schatzamtes)


  6. Ordonnance n°58-1341 du 27 décembre 1958 NOUVEAU FRANC


  7. Otmar Emminger: DM, Dollar, Währungskrisen. Erinnerungen eines ehemaligen Bundesbankpräsidenten. Deutsche Verlags-Anstalt, München 1986, S. 141 ff.


  8. Der Spiegel 25. November 1968: [1]


  9. Otmar Emminger: DM, Dollar, Währungskrisen. Erinnerungen eines ehemaligen Bundesbankpräsidenten. Deutsche Verlags-Anstalt, München 1986, S. 145 f.


  10. Otmar Emminger: DM, Dollar, Währungskrisen. Erinnerungen eines ehemaligen Bundesbankpräsidenten. Deutsche Verlags-Anstalt, München 1986, S. 158.


  11. Otmar Emminger: DM, Dollar, Währungskrisen. Erinnerungen eines ehemaligen Bundesbankpräsidenten. Deutsche Verlags-Anstalt, München 1986, S. 205.


  12. Martin Uebele: Wirtschaftshistorische Vorlesung: Die Geschichte der Globalisierung seit 1850. (Memento des Originals vom 26. November 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wiwi.uni-muenster.de 2011 (Seitenzahl fehlt)


  13. ab Otmar Emminger: DM, Dollar, Währungskrisen. Erinnerungen eines ehemaligen Bundesbankpräsidenten. Deutsche Verlags-Anstalt, München 1986, S. 246 f.


  14. Mitterrand forderte Euro als Gegenleistung für die Einheit, Artikel vom 25. September 2010 im Portal Spiegel-Online, abgerufen am 10. Juli 2011


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